... Laufens. Die wunderbare Leichtigkeit des Seins. Wie herrlich, an einem wunderbaren Herbstmorgen dem aufsteigenden Nebel und der Sonne beim Aufgehen zuzusehen, leicht, regenerierend zu laufen! Ständig begleitet von dem Gefühl, diese Geschwindigkeit beinahe ewig durchhalten zu können. Ein kleiner Berg, das steilste Stück gegangen, gut gefühlt und der Natur zugesehen. Dazu - wie unpassend - mit der Mischfunktion des MP3 Players Metal Sound im Kopfhörer. Riffs passend zum Herbstlaub. Schlagzeugsalven in Harmonie mit den Schritten. Heiseres Gebrüll im Duett mit den Vögelein. Höhö. 5,5 km mit 60 bis 70% der HFmax. Beim Aufstehen 45/min. Es könnte besser nicht sein. Die Idylle stört lediglich ein kleines, handgefertigtes Schild am Feldwegrand. Montiert auf einer Dachlatte und in den Boden gerammt. "Hier wird demnächst die Ortsumgehung trassiert". Eine neue Bundesstraße quer durch mein Laufrevier! Ja haben die ein Rad ab? Aber die Leute, durch deren ansonsten ruhiges Dorf die Laster Tag und Nacht brettern? Was denken die dazu? Und die Bauern, deren Felder verwendet werden? Freuen die sich über den Verkauf? Oder werden die vom Staat mit windigen Preisen betrogen? Es liegt in der Logik der herrschenden Wirtschaftsphilosophie, dass immer mehr und mehr Straßen gebaut werden müssen. Ist das logisch? Wächst die verbaute Landschaftsfläche im Takt mit der Wirtschaft, was dann? 2003 waren in D etwa 5% der Fläche von Verkehrsflächen belegt (www.auto-umwelt.at/print/4%20%20Flaechenverbrauch.pdf). Jedes Jahr 2% Wirtschaftswachstum und Straßenflächenwachstum macht in zwanzig Jahren 7,4% der Fläche verbaut. In weiteren zwanzig Jahren 11% der Fläche verbaut etc. Ob man das so haben will? Eher nicht. Irgendwann sind es dann für unser Ur-Ur-Enkel vielleicht 100% der Fläche. Die Wirtschaftslogik führt sich also selbst ad absurdum --- oder aber beinhaltet eine große Zerstörung, einen Krieg. Dann könnte man von neuem anfangen. Das macht mir Ansgt. Neulich sprach Biedenkopf im Radio (Bayern2 "RadioDuo" - gibts als podCast) über das Thema. Ein nettes Beispiel - er sagte in etwa: "Wenn täglich Hundertausende im Stau stehen, so wird deren verbranntes Benzin auch zum Wachstum gerechnet." Das hat die Logik ein Loch. Biedenkopf ist gänzlich unverdächtig, ein Linker oder Attaq-er zu sein. Er sprach sehr kritisch über die heute übliche Philosophie des Wirtschaftswachstums. Warum sagt er das erst jetzt? Weil er früher in der Parteidisziplin stand und nach Machterhalt strebte. Auch die machthabenden un die nach Macht strebenden Politiker heute sind klug genug, den Irrsinn zu erkennen. Sie denken das jedoch nicht laut und nicht zu Ende, denn sie sind genötigt, bis maximal 4 oder 8 Jahre im voraus zu denken. Sie belegen das ständig mit völlig wider-logischen Reförmchen, die allsamt nur das Zweck verfolgen, die Leute zu beruhigen, damit sie in 4 Jahren das Kreuz an der richtigen Stelle machen. Selbst die Grünen sind da keine Ausnahme mehr, seitdem sie die Macht geschmeckt haben.
Doch, das hat alles was mit täglichem laufen zu tun ... :-)
Täglich laufen! (Gegen den Wahnsinn!)
Beste Grüße und einen schönen Tag wünscht
Martin
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