Mittwoch, 17. Januar 2007

Wundersam ...

... dass Blogger meinen letzten, so mühsam verfassten Text verschluckt hat. Nun, was Bestand hat beim zweiten Denken, beim zweiten Schreiben, dass sollte wert sein, hier ein weiteres Mal gepostet zu werden.
Wundersam also ebenfalls, waren das Wetter und ich heute. Was wir beide gemeinsam haben? Nicht viel, an sich, Heute jedoch tat sich eine wundersame Wandlung sowohl beim Wetter als auch bei mir. Wiewohl ich bereit bin, zuzugeben, dass der Lauf nichts am Wetter geändert hat, so hat der Lauf sehr wohl und sehr viel bei mir geändert. Das Wetter mag zwar auf mich gewirkt haben, ich jedoch kaum auf das Wetter. Obwohl uns die (falsch verstandene) Chaostheorie mit ihrem Schmertterlingseffekt das Gegenteil suggerieren könnte. Aber eben nur die falsch verstandene Chaostheorie. Was passierte? Der Start zu einem 7+km Lauf in durchaus forschem Tempo war begleitet von denkbar ungemütlichem Wetter mit knapp über Null Grad und eben vorher beendetem Nieselregen sowie den dazu passenden grau dräuenden Wolken. Kaum losgelaufen, lichtete sich da und dort die Gräue, um einer verheißungsvollen Bläue nachzugeben. Bis zum Ende des Laufs war sowohl meine Geschwindigkeit um ein Drittel gesteigert, als auch das Blau des Himmels auf gute 80% der Fläche ausgebreitet. Zu Beginn des Laufes war passend zum Wetter der Kopf angefüllt mit kreisenden Gedanken um Unerledigtes aber vor allem Unbeeinflussbares. Gegen Ende des Laufes machte sich eine gelassene Heiterkeit breit, die die Unbeeinflussbarkeit nicht nur wahrnahm, sondern konsequent bachtete. Was kann ich tun, um dies öfter, gar ständig zu erleben? Wunderbar. Ist es dieses Gefühl, das der Dalai Lama meint, wenn er so selig drüber schreibt? Fast möchte ich es glauben.Dazu kam die Freude über Dschäituhäll. Ich "darf" schnell aufen, mich verausgaben, mich gehen lassen, die Zügel losgeben und mich jauchzend über Tempo, Azidose und Lungenbrennen freuen. Denn ich "muss" ja nicht unbedingt morgen auf den gleichem Niveau sein. Ich muss ja nicht höllisch aufpassen, mich nicht in ein Übertraining abgleiten zu lassen. Ich "muss" gar nicht. Kein Zwang, nur pure Freude an der Bewegung. Es wird sicher aus dem J2L ein J2L+ werden. Jeden zweiten Tag oder öfter. Aber daran mag ich jetzt nicht denken, ich mag es allenfalls zulassen, wenn es denn kommen mag. Regeln werden von nun an fallengelassen.

So wünsche ich einen guten Tag und beste Grüße und stelle heute den abgeschwächten, ausrufezeichenlosen Imperativ bewusst hinten an

Laufen (Dschäituhäll).

P.S. Dschäituhäll = Dschäi-Tuh-Äll = J2L = jeden 2. Tag laufen ... für alle, die gestern nicht mitgelesen, mitgelitten, mitgelacht haben ...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Martin,
ich laufe auch J2L, wobei das manchmal nicht hinhaut, denn ich versuche mind. 4 x / Woche zu laufen. Die 1. Woche geht es Mo/Mi/Fr/So, die Woche drauf gehts nicht, denn man dürfte ja erst Di/Do/Sa laufen. Also nur 3 x / Woche, das ist zu wenig. (für mich ;-) ) Wie läßt sich das Problem lösen?

Gruß Holger